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07.03.2020

Altbischof Viktor Josef Dammertz im Augsburger Dom beigesetzt

Der frühere Augsburger Bischof Viktor Josef Dammertz ist am Samstag in der Krypta des Augsburger Doms beigesetzt worden. Unzählige Priester und Gläubige erwiesen ihm dabei die letzte Ehre. Der Beisetzung ging ein feierliches Requiem voraus, das Kardinal Reinhard Marx, Metropolit der Kirchenprovinz München und Freising, zelebrierte.

In einer kurzen Ansprache rief Kardinal Marx noch einmal den Wahlspruch des Verstorbenen in Erinnerung: „Für euch – mit euch“: Er sei für die Menschen Bischof gewesen und mit ihnen Christ. „Wir dürfen dankbar sein für dieses Lebenszeugnis“, sagte der Kardinal und wünschte sich, „dass wir wie Bischof Dammertz gemeinsam unterwegs auf dem Weg bleiben, so wie Gott es uns vorgegeben hat“. Ihm zur Seite standen bei der Konzelebration Diözesanadministrator Dr. Bertram Meier mit zehn Diözesan- und Weihbischöfen sowie emeritierten Oberhirten und Wegbegleitern des Verstorbenen.

In seiner Predigt blickte Diözesanadministrator Prälat Bertram Meier auf das Leben des verstorbenen früheren Bischofs von Augsburg zurück. Er orientierte sich dabei an dem Dreiklang „Höre, nimm an, erfülle!“ aus der Regel des heiligen Benedikt. Dieser Dreiklang sei eine Melodie für alle, die ein geistliches Leben führen wollen, so Prälat Meier. „So dürfen wir an diesem Tag des Abschieds das Leben von Bischof Viktor Josef Dammertz in diesem Dreiklang noch einmal zum Strahlen bringen, verbunden mit der Frage: Was würde uns Viktor Josef jetzt predigen, wenn er an meiner Stelle hier stehen und noch einmal das Wort an uns richten könnte?“

Bischof Viktor Josef sei ein hörender Mensch gewesen, er habe hingehört und nicht nur die Ohren gespitzt, unterstrich der Diözesanadministrator. Er habe ein Leben lang die Akustik seines Herzens geprüft. „Er hörte zu, um zu verstehen, und nicht vorrangig, um zu antworten“, was eine heute selten gewordene Tugend sei. Im vertrauten Gespräch mit ihn sei zu spüren gewesen, dass er um die Anwesenheit eines Dritten wusste: Christus.

Am Ende des Requiems versammelten sich die priesterlichen Mitbrüder ein letztes Mal um den blumengeschmückten Sarg. Unter dem Läuten der Totenglocke wurden die sterblichen Überreste von Bischof Viktor Josef dann zur letzten Ruhe in die Krypta des Hohen Doms gebracht. Der Sarg wurde unter den Gesängen der Schola seiner Mitbrüder aus St. Ottilien sowie den Sterbegebeten von Dompropst Losinger in den Boden hinabgelassen.